Jazzpodium
Erschienen am 26. Nov. 2009 im Magazin Jazzpodium
Feuer, Wasser, Luft und Erde: Die Lehre von den vier Elementen geht
zurück auf Thale von Milet, in ihrer eigentlichen Formulierung auf den
griechischen Naturphilosophen Empedokles aus Agrigent, von dem
Luciano de Crescenzo in seiner „Geschichte der griechischen Philosophie“
schreibt, er sei Philosoph, Arzt, Dichter, Physiker und Demokrat gewesen,
zugleich Quacksalber, Guru und Scharlatan, kurz- Renan zitierend- ein
„Mann von vielerlei Talenten, halb Newton und halb Cagliostro“ .
Nur zwei dieser Eigenschaften verbindet Empedokles mit dem Saxophonisten
Matthias Anton, das schier unerschöpflich scheinende Talent und die
flackernde Kreativität im Spiel und Strudel der Elemente, vier Stücke: Luft, Erde,
Wasser, Feuer, sonst nichts! Aber es ist eben die Mischung der Elemente, aus
der die Vielfalt entspringt, die Abwechslung der Zeitläufe und das Gleichgewicht
der Welt, welches eben nicht im Stillstand sich definiert, sondern im mal sachten,
mal heftigen Gang der Dinge.
Matthias Anton und Patrick „Paco“ Müller orientieren sich sehr stark an der
europäischen Jazztradition, wie sie u.a. mit dem Namen Jan Garbarek verbunden
ist, zaubern aus Bass und Saxophon unter Verzicht auf jegliche Synthesizer und
wohlfeile Weichspülerei eine zauberhafte Klangvielfalt, aus der- auch im
Zusammenwirken mit Coverart und begleitenden Texten- ein ganzer Kosmos an
Inspiration und Imagination sich zusammensetzen mag. Ein bisschen wie Empedokles:
Halb Physiker, halb Achimist!