Nordische Musik

Nordische Musik Februar 2010
Rezension: tjk

Sven Götz hat deutsche Eltern, ist in Schweden geboren, in Deutschland
aufgewachsen, wieder in den Norden zurück gekehrt, dann wieder südwärts:
ein Wanderer zwischen den Welten? Nun ja, Länder tun’s hier auch. Der Titel
ist auch ein Hinweis auf zwei Schweden in seinem Quartett. Außer dem
(herrlich rumpeligen!) schwedischen Volkslied »Jag Vet En Däljig Rosa«
stammen alle Kompositionen von Sven Götz, sind so unterschiedlich wie sein
jeweiliges Gitarrenspiel – ist der Mann ein wandelndes Gitarrenlexikon?

Der Opener »Liten Valz #4« könnte auch von Garbareks »PICTURE WITH«
–Album stammen, so nah ist der akustische Sound am Meisterwerk mit Bill
Connors. Im folgenden »Keys« erinnert man sich an Pat Metheny. »Easy Days«
hingegen klingt im Thema wie eine brave Version von Scofield und Lovano, in
den Soli relativiert sich das zum Glück. Saxophonist Ekkehard Rössle passt
sehr gut zu Götz, besonders die Kombination Sopran und akustische Gitarre
macht sich sehr apart. Bassist Mattias Grönroos fällt mit schöne Soli (»Marie«)
auf, Tommy Holmgren hält sich hinter den Trommeln eher im Hintergrund.
Alle vier haben individuell und als Quartett Potential, allerdings könnte ihnen
mehr Eigenständigkeit nicht schaden! (tjk)